|
Car-System Selbstbauweiche mit Servo
Antrieb
Die Firma Faller bietet elektrische Weichen
an. Diese benötigen auf Grund ihrer Bauhöhe unter
der Platte manchmal mehr Platz als vorhanden ist.
Mit einem Servo aus dem Flug- und Schiffsmodellbau läßt
sich ganz einfach eine Weiche für das Faller Car System
bauen.
Am Beispiel meiner Vorführanlage mit einer
Fahrbahn aus 5mm Plexiglas möchte ich den Aufbau einer
Servo-Weiche mit dem Fallerdraht und dem Servo ES05 von Conrad
zeigen.
Zuerst wird der Ausschnitt für den Servohebel
festgelegt und aus der Platte ausgesägt.
Danach werden die 2 Bohrungen (2mm) für die Befestigung
des Servos angezeichnet, gebohrt und angesenkt.
Den Servohebel wieder vom Servo abnehmen!
Dadurch, daß die Fahrbahnplatte 5mm dick ist, kann das
Servo mit
2mm Messing-Senkschrauben direkt von unten an die Platte angeschraubt
werden.
Das Servo an den Servodecoder anschließen und unbedingt
auf die Mittelstellung drehen lassen. Sonst klemmt eventuell
der Hebel, wenn er aufgesetzt wird und das Servo sich dreht.
In die äußerste Bohrung des Hebel wird eine 2mm Messingschraube
eingedreht. In den Schlitz dieser Schraube wird nachher der
Fallerdraht eingeklebt. (Bild 2 grüner Kreis)
Die Schraube wird so in den Hebel fixiert, daß
die Oberseite der Schraube mit der Fahrbahn eben ist.
Servohebel wieder aufsetzen ohne das Servo zu verdrehen.
Der Hebel muss sich jetzt von Hand in der Aussparung frei bewegen
lassen.
Jetzt wird ein Stück vom Fahrdraht abgezwickt.
Der Fahrdraht sollte so lang sein, daß er gerade noch
in den beiden Fahrbahnrillen liegt,
die von der Weiche weggehen. (Bild2 + 3 roter Kreis)
Bild 2:
Der Servohebel wird jetzt so gedreht, daß
sich der Fahrdraht leicht in die Fahrbahnrillen und den Schraubenschlitz
einlegen lässt.
Dadurch wird sicher gestellt, daß der Fahrdraht auf der
Weiche genau
mit dem Fahrdraht in der Fahrbahn fluchtet.
In dieser Position einkleben.
Nach dem Trocknen des Klebers werden die beiden Enden, die in
der Fahrbahnrille liegen, sauber abgezwickt oder mit einer Trennscheibe
abgetrennt.
Wenn sich der Hebel dreht sollte der Draht nirgends hängen
bleiben.
Ein Abstand von 1-2 mm ist kein Problem. Siehe Bild 4 + 5
Bild 4:
Die Fahrdrähte in die Fahrbahn einlegen.
Bild 6:
Die Weiche mit einem Deckel aus dünnem
Kunstoff oder Messingblech verschließen. Siehe Bild 7.
Sollte die Fahrbahn dicker als 5 mm sein, so
kann der Servohebel
mit 2 Schrauben nach oben verlängert werden.
Der Fahrdraht wird dann in die Schlitze der Schrauben eingeklebt.
Bild 8:
Euer MOBA Claus
Car-System Selbstbauweiche mit Relais
Antrieb
Als ich den Vorschlag von infracar.de
gesehen habe, ging ich sofort daran mir eine dieser Weichen
zu bauen. Ich habe den Vorschlag für meine Zwecke etwas
verändert und zeige hier meine Bauart, die eine bessere
Führung des Umschaltdrahtes hat:
Die Maße der Grundplatte

Hier sieht man, wie zur besseren Führung des Umschaltdrahtes
zwei kleine Platinenstreifen mit Sekundenkleber im Bereich der
0,8 mm Bohrung aufgeklebt werden.
Nach dem Trocknen wird die Bohrung durch alle drei Schichten
durchgebohrt.
Darauf achten, dass die Bohrung genau senkrecht gebohrt wird,
damit sich der Umschaltdraht beim Schalten nicht verklemmt.
Jetzt wird der Umschaltdraht aus dem Faller
Fahrdraht gebogen. Der linke Teil braucht nur ungefähr
10mm lang zu sein. Den rechten Teil lassen wir zuerst recht
lang. Die entgültige Länge wird dann bestimmt, wenn
die Lage der Weiche zum Antrieb festgelegt ist. Das Maß
von 20 mm sollte einigermaßen genau stimmen. Auf jeden
Fall muß gewährleistet sein, dass das lange Ende
sich genau in der Mitte der Aussparung befindet und darin frei
bewegen kann, wenn das kurze Ende in der Bohrung steckt.
Als Fahrdraht zum Auflöten verwende ich
verzinkten Blumenbindedraht aus dem Baumarkt. Der läßt
sich gut löten. Der Faller-Fahrdraht läßt sich
kaum oder nur schwer löten. Damit man den aufgewickelten
Bindedraht gerade bekommt, schneidet man ein Stück ab,
spannt es am einen Ende z.B. in einen Schraubstock und zieht
an dem anderen Ende so fest, bis der Draht sich streckt und
gerade wird. Das Drahtstück muß schon ungefähr
einen Meter lang sein, sonst funktioniert das nicht.
Von dem Bindedraht werden drei ca. 10 cm lange,
gerade Stücke abgezwickt.
Der erste Draht wird jetzt links von dem kleinen Bohrloch wie
auf dem nächsten Bild zu sehen ist, festgelötet. Eine
Krokodilklemme ist dabei sehr hilfreich um den Draht beim Löten
in der richtigen Position festzuhalten. Vorsichtig löten,
damit das Bohrloch frei bleibt.
Wir
stecken jetzt den Umschaltdraht mit dem kurzen Ende durch die
Bohrung
(das lange Ende wird durch die Aussparung geführt).
Der
zweite Draht (Fahrt geradeaus) wird genau in der Flucht zum
ersten Draht so festgelötet, daß sein eines Ende
den Umschaltdraht etwas überlappt.
Der dritte Draht (Fahrt gebogen) wird so festgelötet,
daß er in die Richtung der Bohrung zeigt und an der Aussparung
den Umschaltdraht etwas überlappt. Der Abstand von Draht
2 zu Draht 3 sollte an der Aussparung 4-5mm betragen. Ein zu
enger Abstand führt eventuell dazu, daß der Lenkmagnet
am Fahrzeug in die falsche Richtung abgelenkt wird.
Der Umschaltdraht sollte sich jetzt zwischen den beiden Fahrdrähten
(2+3) frei bewegen lassen und in der Endstellung an Draht 2
oder 3 anliegen. Ebenso ist darauf zu achten, dass der Umschaltdraht
ohne Abstand flach auf der Grundplatte aufliegt.
Zum Abschluß wird noch die Abdeckung aus
0,3 mm Messingblech ( 297240 Conrad) aufgelötet. Darauf
achten, dass das Messingblech nicht verbogen ist. Es muss völlig
eben aufliegen, sonst besteht die Gefahr, dass der Umschaltdraht
klemmt, oder wenn der Abstand vom Blech zum Umschaltdraht zu
gross ist, dass das Fahrzeug aus der Richtung fährt. Vorsichtig
Löten, damit die Fahrdrähte nicht wieder abgehen und
der Umschaltdraht beweglich bleibt. Ich habe das Blech nur an
der Kante mit den drei Fahrdrähten verlötet. Siehe
Foto. Beim kompletten Verlöten würde das Messingblech
so heiß, daß es sich aufwölbt und auch gewölbt
bleibt nach dem erkalten. Dadurch kann der Lenkmagnet des Fahrzeuges
den Kontakt zu den Fahrdrähten verlieren. Die offenen Seiten
der Abdeckung werden nicht verlötet, sondern mit Silikon
oder einem ähnliche Material (UHU Alleskleber) verschlossen.
Die Seiten müssen aber verschlossen werden, damit beim
Verspachteln keine Spachtelmasse in die Weiche eindringt.
Die Herstellung der ersten Weiche dauert natürlich
etwas länger, aber mit etwas Übung können Sie
weitere Weichen in 15 Minuten fertiggestellt haben.
Für eine Abzweigung nach rechts, muß
die Weiche spiegelbildlich aufgebaut werden.
Der Antrieb
dieser Weiche mit einem Modellbauservo:
Dazu wird ein Modellbauservo an geeigneter Stelle unter der
Anlage montiert.
Mit einem Federstahldraht 0,5mm wird die Verbindung vom Servo
zur Weiche hergestellt.
Bei längerer Ausführung der Verbindung empfiehlt es
sich, den Draht in einem Kunststoffröhrchen zu führen
(Bowdenzug).
Diese Art des Antriebes erlaubt es eine Weiche auch an Stellen
einzubauen, an denen wenig Platz unter der Anlage ist z.B. in
Brücken oder bei darunterliegenden Gleisen. Das Servo muss
ja nicht bei der montiert werden!
Zum Betätigen der Servos verwenden sie die Decoder S8DCC
oder W4DCC.
Mit dem W4DCC können sie sogar eine Weiche bauen, die vier
mögliche Fahrwege hat.
Der Antrieb
dieser Weiche mit einem umgebauten Relais:
Dazu wird ein handelsübliches Relais für 12 Volt mit
einem Umschaltkontakt verwendet.
Wenn eine Ausführung genommen wird, die z.B. 16 Ampere
schalten kann, ist der Schaltweg des Relaisankers genügend
groß für unsere Weiche ohne daß am Relais etwas
verändert werden muß. Ich habe das Relais 503924
von Conrad
verwendet.
Zuerst wird das Gehäuse des Relais aufgeschnitten, damit
der Anker frei liegt.
Der Relaisanker wird oben mit einer kleinen
Feile oder Schmirgelpapier aufgeraut, damit er sich besser löten
läßt. Zuerst wird der Anker verzinnt. Das ist nicht
ganz einfach, denn der Anker besteht aus einem speziellen Eisenblech
und erfordert etwas Geduld und einen heissen Lötkolben.
Dann wird ein Messingdraht von mindestens 10cm Länge angelötet.
Lieber länger lassen, denn kürzen ist einfacher.
Der Hub am Ende des Drahtes muß mindestens
5mm sein, damit die Weiche richtig umschaltet. Besser ist mehr.
Ausprobieren!
Von einem Verbiegen des Ankers rate ich ab, weil das Erstens
nicht genau genug gemacht werden kann und zweitens das Relais
danach eventuell klemmt. Wenn das Relais in seinem Urzustand
bleibt, hat man sogar noch einen Umschaltkontakt mit dem z.B.
die Weichenrückmeldung erfolgen kann.
Jetzt kann die Weiche in die Fahrbahn eingebaut
werden. Dazu wird ein Schlitz in die Fahrbahn gefräst,
durch das später der Umschaltdraht gesteckt wird. Der Schlitz
muß so groß sein, damit sich der Umschaltdraht darin
frei bewegen kann. Eine weitere Aussparung muss noch gemacht
werden, in die das Lager des Umschaltdrahtes passt. Jetzt wird
die Aussparung für die Grundplatte der Weiche in die Fahrbahn
gefräst und zwar so tief, daß die Oberfläche
des Messingbleches eben mit der Fahrbahn ist.
Jetzt kann die Weiche eingesetzt und der Antrieb an passender
Stelle montiert werden. Dazu wird das freie Ende des Verbindungsdrahtes,
der vom Umschaltdraht kommt, mit dem Ende des Messingdrahtes
am Relais verlötet. Siehe folgende Skizze:
Ein Tipp: Wenn Sie in die Ecken der Platine
kleine Löcher bohren (2mm) kann die Weiche in der Fahrbahn
festgeschraubt (Messingschrauben) anstatt geklebt werden. Die
Weiche kann damit einfacher justiert und getestet und vor dem
Verspachteln wieder demontiert werden.
Das Relais wird an der Unterseite der Fahrbahn
montiert. Doppelseitiges Klebeband war nicht optimal, da es
dem Relais nicht genügend Halt bietet und mit der Zeit
an Haftung verliert. Besser ist es das Relais festzuschrauben.
Eine Nachjustierung ist dann auch einfacher.
Funktioniert die Weiche und ein erster Fahrversuch
war erfolgreich, kann die Weiche überspachtelt werden.
Viel Erfolg beim Nachbau!
|